DEUTSCHES ARCHIV
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PETER HÜBNER • PREIS DER FREIHEIT – DAS PROGRAMMIERTE VIERTE REICH
Die antidemokratische politische Praxis in Deutschland
Teil 3   •   VERTRETER DES VOLKES – Die Goldene Partei Deutschlands
Das Politikforum


Aus die­ser sitt­li­chen Blind­heit ragt un­ter uns bis­lang nur das de­mo­kra­ti­sche Ge­nie her­aus – auch in der Po­li­tik; und aus dem gro­ßen Rest – aus der Mas­se der von Ge­burt aus sitt­lich Un­tüch­ti­gen – er­wächst die gro­ße Wäh­ler- und Ab­ge­ord­ne­ten­schaft und
lei­der auch die ste­tig an­wach­sen­de Grup­pe un­se­rer sitt­lich noch un­ge­bil­de­ten Staats­füh­rer so­wie de­ren ma­te­ri­a­lis­ti­sche Tech­no­lo­gie un­kri­ti­scher, ver­äu­ßer­lich­ter und so voll­stän­dig auf Kon­sum ab­ge­rich­te­ter „Par­tei-Pro­gram­me oder -Pa­ro­len“.
„Aufrichtigkeit ist
die Quelle aller Genialität,
und die Menschen wären
geistreicher,
wenn sie sittlicher wären.“
L. Börne

In ei­ner sehr ur­sprüng­li­chen Wei­se be­merkt je­doch der heu­ti­ge jun­ge Wäh­ler wie­der, daß mehr un­mit­tel­ba­res sitt­li­ches Leis­tungs­ver­mö­gen in ihm schlum­mert, als ihm dies bis­lang zu­er­kannt wur­de; und aus die­ser na­tür­li­chen freie­ren Sicht
ent­sprin­gen die schwer zu zü­geln­de Kri­tik an über­hol­ten und von re­li­gi­ös-ideo­lo­gi­schen Fremd­ein­flüs­sen ge­präg­ten Par­tei­dok­tri­nen und der un­er­bitt­li­che Frie­dens­wil­le un­se­res ty­pi­schen Ju­gend­li­chen.
„Der Trieb,
den Gott in jedem schuf,
ist sein natürlicher Beruf.“
Lichtwer

Die­ser un­beug­sa­me Frie­dens­wil­le und die kon­se­quen­te Um­welt­freund­lich­keit sind nur das schlich­te Ver­lan­gen der neue­ren und in un­se­rem mo­der­nen de­mo­kra­ti­schen Staats­ge­fü­ge
mit mehr ideo­lo­gi­scher Frei­heit aus­ge­stat­te­ten Ge­ne­ra­tion nach mehr Le­ben, nach mehr Le­ben­di­gem – nach mehr na­tür­li­cher Men­schen­wür­de.
„Man behält immer
die Spuren seiner Abstammung.“
Ernest Renan

Nach­dem in den letz­ten 25 Jah­ren die tra­di­tio­nel­len sitt­li­chen Aus­bil­dungs­pro­gram­me un­se­rer Vor­fah­ren auf Um­we­gen wie­der in un­se­ren Be­sitz ge­langt sind und nach­dem nun auch schon zahl­rei­che ob­jek­ti­ve wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se über den er­neu­ten Ein­satz un­se­rer über­na­tür­li­chen sitt­li­chen Fä­hig­kei­ten vor­lie­gen, be­stä­ti­gen sich die Aus­sa­gen un­se­rer Vor­fah­ren, daß die freie Ge­wis­sens­bil­dung und die freie Wil­lens­bil­dung die na­tür­li­chen Eck­stei­ne un­se­rer frei­en Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung sind – und nicht et­wa die re­li­gi­ös-ideo­lo­gi­sche Ver­herr­li­chung und po­li­tisch-wirt­schaft­li­che Durch­set­zung des Lei­dens.

Erst wenn die Tech­no­lo­gie der ge­ziel­ten Aus­bil­dung un­se­rer mensch­li­chen Er­kennt­nis- und Schaf­fens­or­ga­ne und da­mit ver­bun­den das ho­he sitt­li­che Wis­sen un­se­rer Vor­fah­ren wie­der in un­se­rem ge­sell­schafts­po­li­ti­schen All­tag Ein­zug hal­ten wer­den, dann wird sich der in un­se­ren ur­al­ten Über­lie­fe­run­gen er­klär­te
Wil­le un­se­rer deut­schen Vor­fah­ren in die Tat um­set­zen, und auch wir, ih­re Nach­kom­men, kön­nen wie­der da­mit rech­nen, in wahr­haft um­fas­send de­mo­kra­ti­scher Wei­se un­ser ge­sam­tes Le­ben mit der uns um­ge­ben­den Na­tur in Ein­klang zu brin­gen.
„Der Wille
findet seine höchste Erfüllung
nicht in der Welt des Gesetzes,
sondern in der Welt der Freiheit.“
Tagore

Es soll­te un­ser al­ler ge­mein­sa­mes An­lie­gen sein, un­se­re ur­al­te deut­sche Tra­di­tion der frei­en Ge­wis­sens­bil­dung, der frei­en Wil­lens­bil­dung und der frei­en Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung nach Art und Sit­te un­se­rer Vä­ter und Müt­ter in un­se­rem Volks­be­wußt­sein wie­der auf­le­ben zu las­sen, so daß uns die Ent­wick­lung un­se­rer na­tür­li­chen Men­schen­wür­de wie­der den uni­ver­sa­len Sinn
un­se­res Le­bens ver­mit­telt und uns die To­re zu Ein­ig­keit und Recht und Frei­heit un­se­res ge­sam­ten deut­schen Vol­kes in ei­ner von Frie­den und Freund­schaft ge­präg­ten Welt öff­net.
„Was du ererbt von deinen Vätern,
erwirb es, um es zu besitzen.“
Goethe


Un­se­re Po­li­ti­ker zie­len – zu­min­dest ih­rem of­fi­zi­el­len An­spruch nach – auf ei­nen all­ge­mei­nen ge­sell­schaft­li­chen Fort­schritt; und
mehr als zu­vor ver­spricht sich ge­ra­de der heu­ti­ge Wäh­ler den po­li­ti­schen Er­folg durch ein sitt­li­ches Zu­sam­men­wir­ken sei­ner Ab­ge­ord­ne­ten.
In der Pra­xis prä­sen­tiert sich dem Volk dann je­doch nur ein sehr be­grenz­tes, über­wie­gend ma­te­ri­a­lis­tisch aus­ge­rich­te­tes po­li­ti­sches Wir­ken, des­sen sitt­li­che Grund­la­ge ihm im all­ge­mei­nen ver­bor­gen ist und – bei Bei­be­hal­tung der man­geln­den sitt­li­chen Bil­dung un­se­rer Po­li­ti­ker – auch für im­mer ver­bor­gen blei­ben dürf­te.

Und von die­ser so­zi­al­po­li­ti­schen Un­fä­hig­keit le­gen dann auch fol­ge­rich­tig die be­kann­ten viel­fäl­ti­gen Kri­sen, von de­nen un­se­re Na­tion ge­schüt­telt wird, be­red­tes Zeug­nis ab.

Un­se­re „über­na­tür­li­chen mensch­li­chen Fä­hig­kei­ten“, wel­che uns von un­se­ren Ah­nen über un­zäh­li­ge Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg treu ver­erbt wur­den und mit wel­chen wir uns in der Na­tur al­lein
„Rechtschaffenheit
wird gelobt und friert.“
Juvenal
„Ein äußerlich Zerstreuen,
das sich in sich selbst zerschellt,
fordert inneres Erneuen,
das den Sinn zusammenhält.“
Goethe
„Es gibt im
Menschenleben
Augenblicke,
wo er dem Weltgeist
näher ist als sonst,
und eine Frage frei hat
an das Schicksal.“
Schiller
aus sitt­li­cher Kraft ei­ne gro­ße per­sön­li­che Frei­heit er­ar­bei­ten könn­ten, tru­gen bei un­se­ren Vor­fah­ren ein­mal sehr tref­fen­de Na­men.

Die­se Be­zeich­nun­gen wur­den dann durch die ge­walt­sam in un­ser Hei­mat­land ein­drin­gen­den und un­se­re al­ten deut­schen Stät­ten der Weis­heit plün­dern­den rö­mi­schen Dik­ta­to­ren ir­gend­wel­chen ver­meint­li­chen „Göt­tern“ zu­ge­ord­net, und un­se­re an­ge­bo­re­nen ho­hen sitt­lich-schöp­fe­ri­schen Fä­hig­kei­ten – im Fel­de un­se­rer Volks­ge­sin­nung wur­den von den pro­fit­gie­ri­gen Ver­tre­tern der christ­li­chen Ideo­lo­gie und de­ren macht­hung­ri­gen Hel­fern bis auf den heu­ti­gen Tag als „Göt­zen“ ver­un­glimpft.
„Das Alter hat keinen Schmuck
außer der Tugend.“
Amyot
„Doch Sorge folgt,
und nimmersatte Gier,
dem wachsenden Gewinn.“
Horaz

Ob­wohl uns die Ge­schich­te zur äu­ßers­ten Vor­sicht ge­mahnt ge­gen­über ei­ner Or­ga­ni­sa­tion und ih­ren Ver­bün­de­ten, wel­che un­se­re an­ge­stamm­te deut­sche Tra­di­tion über bei­na­he 2000 Jah­re hin­weg bis auf den heu­ti­gen Tag, wenn auch viel­leicht un­ter Ein­schlie­ßung viel­fäl­ti­ger Miß­ver­ständ­nis­se, ver­un­glimpft hat und die sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung un­se­rer wahr­lich er­erb­ten Kunst und Kul­tur ei­ner ho­hen Sitt­lich­keit ge­zielt vor­wärts­trieb – was un­zäh­li­ge Do­ku­men­te be­wei­sen –, glaub­ten wir da­von aus­ge­hen zu kön­nen, daß die mit die­ser In­sti­tu­tion be­haf­te­ten Deut­schen zu­min­dest heu­te in un­se­rer auf­ge­klär­te­ren Zeit und un­ter dem Schutz un­se­rer ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­ten
de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung bei sich selbst mehr Ge­dan­ken­frei­heit zu mo­bi­li­sie­ren ver­mö­gen, als dies in frü­he­ren Zei­ten und be­son­ders im Mit­tel­al­ter mög­lich und er­laubt war.
„Rechtschaffene
sind des Nächsten Segen.“
Euripides

Ge­ra­de des­halb soll­ten sich un­se­re ge­wähl­ten „Volks­ver­tre­ter“ so­wie de­ren Par­tei­or­ga­ne all­mäh­lich dar­über klar wer­den, daß be­son­ders auch mit ei­ner Zu­nah­me des In­for­ma­ti­ons­flus­ses zwi­schen den Wil­lens­er­klä­run­gen der Po­li­ti­ker und dem
Volks­ge­wis­sen ih­rer Wäh­ler das Volk sei­ne Staats­macht über die Mas­sen­me­dien und Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tu­te im­mer un­mit­tel­ba­rer aus­zu­üben ver­mag.
„Wissen ist Macht.“
Bacon







Mit freundlicher Genehmigung des HESSISCHEN LANBOTEN
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